Mittwochskonzerte Musikkulturen

Horizonte eröffnen

Seit beinahe 20 Jahren lädt das Kulturamt Bielefeld mit der Reihe Mittwochskonzerte Musikkulturen zu musikalischen Entdeckungsreisen ein. Im Mittelpunkt stehen außergewöhnliche Ensembles und Künstler*innen, die musikalische Traditionen verschiedener Kulturen miteinander verbinden und daraus neue Klangwelten entstehen lassen. Zwischen November und März warten sechs Konzertabende, die den Blick über den musikalischen Tellerrand hinaus wagen und zeigen, wie inspirierend kultureller Austausch klingen kann.

Den Auftakt gestaltet Anfang November das Kölner Ensemble Beyond the Roots. Der Name ist Programm: Die sechs Musiker*innen gehen weit über die musikalischen Wurzeln einzelner Kulturen hinaus und schaffen einen lebendigen Dialog zwischen den Klangwelten des eurasischen Raums. Eigenkompositionen und Improvisationen verbinden Sitar, Santur und Djoze mit Klarinette, Violine und unterschiedlichsten Perkussionsinstrumenten zu einem ausdrucksstarken Ensembleklang. Das Publikum erwartet eine musikalische Reise zwischen Tradition und Gegenwart, die neue Hörperspektiven eröffnet.

Zwei Wochen später steht Portugal im Mittelpunkt. Mit Telmo Pires kommt einer der international erfolgreichsten zeitgenössischen Fado-Sänger nach Bielefeld. Sein Programm „Através do Fado“ erzählt von einer persönlichen und künstlerischen Reise durch die traditionsreiche Musik Portugals. Zwischen Melancholie und Lebensfreude verbindet er die emotionale Kraft des Fado mit einer modernen Bühnenpräsenz und einer außergewöhnlichen Stimme.

Telmo Pires (Foto: Ismael Prata)

Im Dezember folgt mit Cantvs Portugueses eine weitere Begegnung mit der portugiesischen Musikkultur. Das zwölfköpfige Ensemble verbindet historische Melodien mit Einflüssen des Fado und der Musik der Portugiesischen Revolution. Traditionelle Instrumente wie Guitarra Portuguesa, Cavaquinho oder Adufe treffen auf klassische Orchesterinstrumente und schaffen einen facettenreichen Klang, der Tradition und Gegenwart miteinander verbindet.

Das neue Jahr beginnt mit dem Ensemble Perismon. Die drei Musikerinnen vereinen Traditionen aus dem mongolischen, persischen und jüdischen Kulturraum zu einem außergewöhnlichen Klangkosmos. Violine, Harfe sowie mongolische Pferdekopfgeige und Shudraga erzählen von Sehnsucht, Glück, Melancholie und Lebensfreude. Als Ensemble des Bridges Kammerorchesters steht Perismon für einen transkulturellen Ansatz, bei dem unterschiedliche musikalische Identitäten miteinander in Dialog treten.

Perismon (Foto: Sala Baygan)

Im Februar setzt Saṃhitā diesen Austausch fort. Das Ensembleprojekt bringt westliche klassische Musik, klassische indische Musik und Jazz zusammen. Im Mittelpunkt steht die Sitar, deren charakteristischer Klang mit einem Ensemble aus Streich-, Holz- und Blechbläsern sowie einer Jazz-Rhythmusgruppe verschmilzt. Unter der künstlerischen Leitung von Hindol Deb und Pascal Hahn entsteht eine eigenständige musikalische Sprache, die Ost und West miteinander verbindet.

Samhita (Foto: Sophia Hegewald)

Den Abschluss gestalten im März Mo’ong und Bilawa mit einem spannenden Blick nach Indonesien. Das Duo verbindet die Tradition der Gamelan-Musik mit zeitgenössischen Klangexperimenten. Neben klassischen Instrumenten kommen selbstgebaute Klangobjekte, Live-Elektronik und elektronische Klangflächen zum Einsatz. So entsteht ein faszinierender Dialog zwischen kulturellem Erbe und musikalischer Gegenwart.

Die Mittwochskonzerte Musikkulturen laden damit einmal mehr zu einer musikalischen Weltreise ein. Sie führen das Publikum von Portugal über Persien und die Mongolei bis nach Indien und Indonesien – und zeigen eindrucksvoll, wie Musik Menschen verbindet und immer wieder neue Horizonte eröffnet.

Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr im Kleinen Saal der Rudolf-Oetker-Halle.
4. November: Beyond the Roots
18. November: Telmo Pires
2. Dezember: Cantvs Portugueses
27. Januar: Ensemble Perismon
17. Februar: Saṃhitā
17. März: Mo’ong und Bilawa

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