CELLO

RAPHAELA GROMES

„DU SPIELTEST CELLO (…) UND ICH DACHTE „MANN! OH, MANN! UND DANN WAR ICH WIEDER VÖLLIG FERTIG.“ UDO LINDENBERG HAT BEI SEINEM SONG „CELLO“ SICHER NICHT AN RAPHAELA GROMES GEDACHT, ABER AUCH SIE BESITZT DIE GABE, DAS CELLO ZUM SINGEN ZU BRINGEN.

Sie ist „die wohl erfolgreichste deutsche Cellistin der Gegenwart“ stellte das Rondo Magazin bereits 2021 fest. Doch nicht nur das. Die OPUS Klassik-Gewinnerin Raphaela Gromes, die in der Saison 2022/23 Artist in Residence beim Staatstheater Augsburg war, setzt sich zudem seit vielen Jahren explizit für Werke von Komponistinnen ein. Ein Engagement, das auch in Bielefeld zu hören sein wird. Zusammen mit den Festival Strings Lucerne stellt sie u.a. Werke der vollkommen zu Unrecht vergessenen Komponistin Pauline Viardot-Garcia vor. Sie zählte zu einer der berühmtesten Sängerinnen ihrer Zeit und war eine gute Freundin von Clara Schumann.

Bereits auf drei ihrer Alben war Musik unbekannter Komponistinnen vertreten und mit dem Archiv „Frau und Musik“ in Frankfurt verbindet die Star-Cellistin eine langjährige Zusammenarbeit. Auch auf ihrem neuen Doppel-Album FEMMES, im Februar 2023 bei SONY erschienen, verleiht Raphaela Gromes erneut herausragenden Frauen der Musikgeschichte aus neun Jahrhunderten eine Stimme. Insgesamt 23 Komponistinnen sind vertreten. „Gromes hat die Gabe, selbst aus kleinen musikalischen Ideen klanglich etwas Besonderes zu machen. Tief ergreifend ist das hier erstmals eingespielte „Einsamkeit“ der Italienerin Mathilde Capuis. (…) Die Carmen Fantasie übertrifft an Temperament und Klang alles. (…) Man kann Unterschiedlichstes auf Femmes finden: Etwa Filmmusik, schmelzend und süß wie Schokolade, oder Billie Eilishs Bond – Romantik, die hier so betörend klingt, als wäre sie Gromes´ Cello auf den Leib geschrieben“, urteilte Gerda Neunhoeffer von der Luzerner Zeitung kurz nach dem Release im Februar 2023. Hochvirtuos und schwungvoll, leidenschaftlich und technisch brillant – so dürften auch bereits einige BielefelderInnen die Star-Cellistin bei ihrem Debüt in der Rudolf-Oetker-Halle erlebt haben. In der Schoneberg-Reihe „Neue Namen“ zog sie diese mit ihrer Vielseitigkeit und ihrem Charme in den Bann.

Eleganz, Engagement, technische Perfektion, Ausdruckskraft, Variationsbreite in Dynamik und Vibrato: Hier fehlt es an nichts. All diese Qualitäten, vereint mit einem seltenen Grad an Perfektion, erheben diese Einspielung in den Rang einer Referenzaufnahme. (…) Eine Stunde voller Glück.
Le Diapason, 02/2021, Michel Stockhem

Die Liebe zum Cello wurde der 1991 geboren Raphaela Gromes quasi in die Wiege gelegt: Ihre Eltern sind ebenfalls Cellisten. Mit gerade mal sieben Jahren schnuppert sie als Zugabe eines elterlichen Konzerts erstmals Bühnenluft. Da spielt sie bereits seit drei Jahren Cello. Ihr erster SoloAuftritt folgt einige Jahre später: Im Herbst 2005 steht sie mit dem Cellokonzert von Friedrich Gulda auf der Bühne und erntet von Publikum und Presse gleichermaßen höchstes Lob.

Die junge Cellistin hat zu dieser Zeit gerade ihr Studium an der Mendelssohn-Bartholdy-Hochschule in Leipzig bei Peter Bruns aufgenommen. Fünf Jahre später, 2010, setzt sie dieses bei WenSinn Yang an der Musikhochschule in München und später bei Reinhard Latzko an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort. Wichtige musikalische Anregungen erhält sie außerdem in den Meisterkursen bei namhaften Cellisten wie David Geringas, Yo-Yo Ma, Frans Helmerson, Natalia Gutman, Jens Peter Maintz, László Fenyö, Daniel Müller-Schott, Kristin von der Goltz, Wolfgang Boettcher, Anner Bylsma und Wolfgang Emanuel Schmid.

CD-TIPP

FEMMES
veröffentlicht: Februar 2023, SONY Classical Das Doppel-Album FEMMES verleiht herausragenden Frauen der Musikgeschichte aus neun Jahrhunderten eine Stimme. Insgesamt 23 Komponistinnen sind vertreten: von Hildegard von Bingen über Clara Schumann bis hin zu Lera Auerbach und Billie Eilish, aber auch berühmte Opernfiguren wie Mozarts Susanna aus „Le nozze di Figaro“ oder Bizets Carmen.

Unübersehbar ist – und zwar von Anfang an und immer wieder aufs Neue – ihre mitreißende Spielfreude. Sie überträgt sich sofort auf ihr Publikum. „Mit dem ersten Ton stellt sie eine ungeheure Intimität her, ihr Spiel ist vom Fleck weg sehr persönlich, nichts wirkt gemacht“, beschreibt die „Süddeutsche Zeitung“ ihren Auftritt mit den Münchner Symphonikern 2018. „Mit leicht heiserem Celloton erzählt sie die Musik, empfindet sie. (…) Gromes begeistert mit ihrer Freude, paart eine gesunde Erdigkeit mit federleichten Ausflügen. In der ersten Kadenz probiert sie ein paar interessante Dissonanzen aus, verwirft sie, präsentiert dann ganz locker stupende Virtuosität, kehrt zur Klangexegese zurück und schafft immer wieder Momente reiner Poesie.“ Eine Poesie, in die es sich einzutauchen lohnt. Egal, ob sie als Solistin mit Orchester, bei Kammermusik im Duo oder gemeinsam mit einem Bläserquartett konzertiert. Immer begeistert sie mit ihrem sowohl anspruchsvollen wie leichtfüßigen Spiel.

Ganz besonders werden ihre Auftritte mit ihrem Klavierpartner Julian Riem gefeiert: als perfekte Duette: „Tatsächlich definieren die beiden das instrumentale Duettieren auf ihre Weise neu: Gromes und Riem machen Kammermusik auf symbiotische Art“, schwärmte „Die Presse“ nach ihrem Debüt im Wiener Konzerthaus. Neben ihrem festen Duo-Partner Julian Riem zählen aber auch Christian Altenburger, Isabelle von Keulen, Alexander Lubimov, Patrick Demenga und Mischa Maisky zu Gromes’
Kammermusikpartnern.

Längst ist Raphaela Gromes, die ein Violoncello von Jean-Baptiste Vuillaume aus den Jahren um 1855 spielt, bei vielen namhaften Festspielen wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Rheingau Musikfestival und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten und war in rennomierten Konzerthäusern zu Gast. Und der jungen Cellistin wurden bereits einige Cellokonzerte gewidmet: So kam 2012 ein Cellokonzert von Dominik Giesriegl zur Uraufführung. 2013 folgte die Uraufführung des Cellokonzertes von Valentin Bachmann mit dem Philharmonischen Orchester Budweis unter der Leitung von David Svec. Die dritte Weltpremiere, das für Raphaela Gromes und Cécile Grüebler 2014 von Mario Bürki geschriebene Doppelkonzert „Chroma“, brachte die junge Cellistin schließlich mit dem Schweizer Militärorchester zusammen. Als Exklusivkünstlerin bei SONY unter Vertrag hat Raphaela Gromes mittlerweile mit ihren Alben auch die Klassik-Charts gestürmt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: So erhielt sie 2020 den OPUS KLASSIK in der Kategorie Kammermusikeinspielung Duo für ihre CD „Offenbach“ mit ihrem Klavierpartner Julian Riem.

Text: Corinna Bokermann
Foto: Wildundleise

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