UNBÄNDIGE VORFREUDE

BIELEFELDER PHILHARMONIKER

OB LIVE-STREAM ODER RADIO-KONZERT – WIE VIELE ANDERE KULTURSCHAFFENDE HABEN SICH AUCH DIE BIELEFELDER PHILHARMONIKER IN DEN LETZTEN MONATEN EINIGES EINFALLEN LASSEN, UM DIE VERBINDUNG ZU IHREM PUBLIKUM ZU HALTEN. UND DOCH KANN NICHTS DIE DIREKTE BEGEGNUNG ERSETZEN. DESHALB BLICKT ALEXANDER KALAJDZIC MIT „UNBÄNDIGER VORFREUDE“ AUF DIE SAISON 2021/22. „WIR WOLLEN DAS SPIELZEITMOTTO DER ‚HEMMUNGSLOSEN FREUNDLICHKEIT‘ UM DEN GRENZENLOSEN OPTIMISMUS ERGÄNZEN, DASS WIR WIEDER IN DER RUDOLF-OETKERHALLE SPIELEN WERDEN“, SO DER GENERALMUSIKDIREKTOR.

Zur Saisoneröffnung am 8. Oktober trifft im 1. Symphoniekonzert Ludwig van Beethovens Tripelkonzert op. 65 auf Bohuslav Martinus Symphonie Nr. 1 H. 289. Beide Komponisten sind zeitlich und räumlich weit voneinander entfernt, harmonieren jedoch in musikalisch-künstlerischer Hinsicht. Unter der Leitung von Alexander Kalajdzic spielen die Bielefelder Philharmoniker zusammen mit dem bekannten Trio Jean Paul.

Für das 2. Symphoniekonzert hat sich Gast-Dirigent Christof Prick ausdrücklich Richard Strauss‘ „Ein Heldenleben“ gewünscht. Außerdem erklingt Joseph Haydns Symphonie Nr. 101 D-Dur „Die Uhr“. Auf dem Höhepunkt seines symphonischen Schaffens entstanden, lädt das Werk sowohl zum Schmunzeln als auch Staunen ein. Um den bereits in den vergangenen Konzertsaisons begonnenen Zyklus der Klavierkonzerte Béla Bartóks zu beenden, kommt der Pianist Martin Helmchen im 3. Symphoniekonzert erneut in die Rudolf-Oetker-Halle. Das Klavierkonzert Nr. 3 E-Dur klingt geradezu leicht und melodiös im Vergleich zu den Vorgängerkonzerten. Claude Debussys Symphonische Fragmente „Le Martyre de Saint Sébastien“ und Nikolai Rimski-Korsakows Symphonische Suite für Orchester „Scheherazade“ runden dieses Programm ab. „Ich kann es nicht erwarten, diesen unglaublich farbenfrohen Erzählstil dirigieren zu dürfen“, freut sich der GMD auf die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht.

Im Januar erklingt Gustav Mahlers 9. Symphonie. Diesem Komponisten gelang es, die Symphonie in einen Kosmos zu verwandeln und dabei eine ganze Welt zu erschaffen. Gerade seine Neunte galt unter Kollegen wie Arnold Schönberg und Alban Berg als eine Art Geburtsstunde der musikalischen Moderne. Dieses Schlüsselwerk zu dirigieren, ist für Alexander Kalajdzic schlicht und ergreifend „ein Traum“. Sehr emotional geht es für die Philharmoniker auch im Februar weiter. Dann steht nämlich Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ auf dem Programm. „Eigentlich wollten wir das Werk schon im März 2020 aufführen und waren bis zur Generalprobe durch“, erinnert sich Alexander Kalajdzic. Bekanntermaßen kam es anders. Da hier mit dem Opernchor und dem Oratorienchor eine wirklich große Besetzung auf der Bühne steht, haben die Philharmoniker die Aufführung jetzt ganz bewusst auf 2022 verschoben.

Im 6. Symphoniekonzert schreibt sich Frank Peter Zimmermann ein weiteres Mal in das Gästebuch der Bielefelder Philharmoniker ein. Der vielgefragte Geiger bringt Robert Schumanns Violinkonzert d-Moll mit. Zudem werden Olivier Messiaens „Un sourire“ sowie Claude Debussys „Images“ für Orchester zu hören sein. Für die „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach konzertiert der WDR Rundfunkchor im April erneut mit den Bielefelder Philharmonikern. Beim 8. Symphoniekonzert kommt Simone Rubino nach Bielefeld. Er gehört zu der neuen Ära von Schlagzeugerinnen, die sich mittlerweile im klassischen Konzertbetrieb etabliert haben. Er präsentiert Peter Eötvös‘ „Speaking Drums“, in denen Sprache abwechslungsreich, kraftvoll und höchst virtuos zu Musik wird. Unter der Leitung von Christoph Poppen werden außerdem Béla Bartóks Divertimento für Streichorchester sowie Johannes Brahms‘ Symphonie Nr. 4 e-Moll zu hören sein.

Zum Abschluss der Saison kommt auf die Musikerinnen eine besondere Herausforderung zu: Sie müssen nicht nur spielen, sondern auch Gedichte deklamieren – und zwar bei der „Nymphéa Reflection“ der Finnin Kaija Saariaho, die zu den bedeutendsten Komponistinnen der Gegenwart zählt. Außerdem erklingen Jean Sibelius‘ Violinkonzert d-Moll – gespielt von der bekannten Violinistin Viviane Hagner – sowie Felix Mendelssohn-Bartholdys „Schottische“ Symphonie Nr. 3 a-Moll, die bis heute zu den Meilensteinen der Gattung im 19. Jahrhundert zählt. Neben den Symphoniekonzerten warten vielfältige Kammer-, Chorund Sonderkonzerte auf das Publikum. Gerade bei Auftritten im Assapheum in Bethel oder bei den Jugendkonzerten, wo die jungen Zuhörer*innen auf der Bühne mitten im Orchester sitzen, begeistert Alexander Kalajdzic immer wieder eines: „Auf wie direktem Weg gute Musik die Menschen erreichen kann.“ www.bielefelder-philharmoniker.de

Text: Stefanie Gomoll
Fotos: Identity Group_Christian R. Schulz

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